sonne ueber einem see

Keine 200 Meter von St. Gereon entfernt hat sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine kirchliche ?Besonderheit? entwickelt. In der Steinfelder Gasse 15 steht die Zentrale der PAX-Vereinigung katholischer Kleriker e. V. Seit 100 Jahren befindet sich Sitz und Zentrale dieser Vereinigung in Köln.

Foto: Pfarrer Johann Bapost BarnickelInitiator der PAX-Vereinigung war der 1870 geborene Oberpfälzer Pfarrer Johann Baptist Barnickel.
Seiner Idee nach sollte es einen genossenschaftlichen Zusammenschluss katholischer Priester unter dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe geben. Über den Weg einer eigens dafür gegründeten Versicherungsgesellschaft sollten Lebens- und Schutzversicherungen katholischen Geistlichen sowie kirchlichen Einrichtungen zu möglichst günstigen Konditionen angeboten werden.

Die zu erwirtschaftenden Überschüsse sollten im genossenschaftlichen Geist nicht der Kapitalakkumulation dienen, sondern der Übernahme und Unterstützung karitativer Aufgaben.

Pfarrer Barnickels Überlegungen resultierten Anfang des 20. Jahrhunderts aus einem tatsächlichen Desiderat wirtschaftlicher und sozialer Sorgen für den geistlichen Stand.

 

Ein standesgenossenschaftliches Versicherungsunternehmen für Kleriker schien um die Jahrhundertwende jedoch nicht opportun. Bedenken um wirtschaftliche Tragfähigkeit sowie der Schatten antiklerikalen Vorurteils aus dem vergangenen Kulturkampf standen dagegen. Man entschloss sich deshalb zwar auf die Möglichkeiten bereits bestehender Versicherungsgesellschaften zurückzugreifen, jedoch waren im Auswahlverfahren mit diesen die bestmöglichen Konditionen zu ermitteln und für die Mitglieder der Vereinigung sowie den weiteren kirchlichen Bereich umzusetzen.

Mit diesem Gedanken gründete sich die PAX-Vereinigung 1905 auf dem Katholikentag in Straßburg; dies war damit auch die Geburtsstunde des PAX-Versicherungsdienstes und somit eine der ältesten Versicherungsmaklerunternehmen, die seit der Gründung bis in die Gegenwart diesem Gedanken treu geblieben sind.

Besonders der damals wie heute aktuelle Hinweis auf die finanzielle und bürokratische Entlastung des Sozialstaates durch die Bildung eines genossenschaftlichen Berufsverbandes wirkte nach. So konnte die prosperierende Vereinigung schon zwei Jahre nach ihrer Gründung auch die kirchlichen Laienangestellten in den Kreis der Versicherten aufnehmen. Bald entstanden auch die ersten Erholungsheime der PAX in Bad Mergentheim, Unkel, Juist und Walgau, später dann die PAX-Bank, die PAX-Krankenkasse, die PAX-Hilfe oder noch 1980 der PAX-Grabpflegedienst. All diese sind heute selbständige Unternehmen, die aber weiterhin ihren kirchlichen Bezug und die Sorge für die Mitarbeiter der Kirche pflegen. An den genossenschaftlichen Prinzipien der PAX-Einrichtungen, auch an den äußerst preiswerten Policen des PAX-Versicherungsdienstes, hat sich bis heute nichts geändert. Allerdings ist sein Aufgabenspektrum mit der Zeit als Spezialmakler für Bistümer, Orden, Caritas, kirchliche Einrichtungen, Krankenhäuser und deren Bedienstete erheblich gewachsen.

Da die Concordia-Lebensversicherungsgesellschaft als erster wichtiger Vertragspartner der PAX in Köln ansässig war, ließ sich auch die Vereinigung hier nieder. 1909 übernahm der Kölner Erzbischof Anton Kardinal Fischer das Protektorat über die Vereinigung und gab damit das Vorbild für alle seine Nachfolger im Amt. Auch deshalb ist die PAX nunmehr seit fast 100 Jahren mit Köln verbunden. Die Zentrale befindet sich heute in der Steinfelder Gasse, der PAX-Versicherungsdienst in der Gereonstraße, eingebettet im Kreis der Kirchen, Banken und Versicherungen um die ehrwürdige Basilika St. Gereon.

Mehr Informationen zur Geschichte des Pax-Versicherungsdienst zum Download:

icon Geschichte 100 Jahre Pax-Versicherungsdienst (890.97 KB)